Koryu Uchinadi Seminar am 16./17. April

Aus Nah (Sachsen) und Fern (bis aus Rheinland-Pfalz) kamen dieses Wochenende Karateka im Otomo Dojo in Zittau zusammen, um gemeinsam unter der Anleitung von Renshi Olaf Krey (5. Dan) zu üben und sich mit der Geschichte des Koryu Uchinadi zu beschäftigen.  Koryu Uchinadi basiert auf den fünf alten Kampfkünsten Okinawas und des Ryukyu Königreichs. Diese fünf Kampfkünste sind Ti’gwa (Schlagtechniken), Tuite (Kontrolltechniken/Grifftechniken), Tegumi (Ringen), Kata (festgelegte Formen) und Buki’gwa (Waffen). Olaf Krey sensei unterrichtet Koryu Uchinadi und Yamane Ryu als offizieller Vertreter von Hanshi Patrick McCarthy (9. Dan) in Deutschland.

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Das Seminar war in fünf Abschnitte gegliedert, in denen wir uns jeweils mit den Prinzipien der fünf Kampfkünste beschäftigt haben. Los ging es am Samstag mit den Schlagtechniken. Im Fokus standen zunächst die Schrittarbeit, die richtige Distanz und der Angriffswinkel, bevor wir uns mit Faustangriffen und deren Abwehr/Aufnahme/Annahme beschäftigten. Im zweiten Abschnitt des Seminars befassten wir uns mit Tuite. Wer es schon mal probiert hat, weiß, wie schwer es ist jemandem im Stand zu kontrollieren. Olaf Krey sensei zeigte daher einige Möglichkeiten auf, wie wir den Angreifer zum Boden „führen“ können, um ihn dort zu kontrollieren. In der letzten Einheit des ersten Seminartages ging es dann noch mal schweißtreibend zu. Tegumi wird auch „das Sumo Okinawas“ genannt. Es ist vor allem ein ringen um die bessere (Angriffs-)Position. Als Vorbereitung darauf, gab es eine ganze Reihe an Übungen für die Beinmuskulatur zu absolvieren. Ob nun Ausfallschritte oder im Entengang rückwärts watscheln – die intensive „Erwärmung“ ließ beim Ringen keine Zweifel daran aufkommen, wie schwierig es ist, den eigenen Schwerpunkt über einen längeren Zeitraum niedrig zu halten und dabei doch flexibel zu bleiben. Zum Abschluss des Tages haben wir uns auf unsere Mitte besonnen … es galt 10 x 10 x 10 Übungen vor allem für die Rumpfmuskulatur zu bewältigen, mehr noch für den Geist.

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Nachdem am Samstag fast ausschließlich Partnerübungen auf dem Programm standen, starteten wir in den Sonntag mit Einzelübungen. Die Kata im Karate sind eine Zusammenstellung von Verteidigungsszenarien. Sie sind aber auch dafür bekannt, dass sie holistische Übungen für Körper und Geist sind. Die Form Tsukinaka wurde zur Erwärmung zunächst eingeübt bzw. wieder ins Gedächtnis gerufen, dann begann die eigentliche Übung. Es galt zu beobachten, was in einem selbst vor sich geht, während man eine Kata 25 Mal hintereinander weg ohne Pause übt. Welche Emotionen kommen hoch? Schweifen die Gedanken ab? Lenken die vom Vortag schmerzenden Muskeln ab? War ich bei Nummer 4 oder schon bei 5? Findet der Körper seinen eigenen stimmigen Rhythmus ganz ohne gewollte Perfektion? Einfach mal ausprobieren!

Im letzten Abschnitt des Seminars haben wir uns mit dem Gebrauch des Kurzstocks (Tanbo) beschäftigt. Wir haben verschiedene Angriffstechniken und die dazu passenden Annahmetechniken geübt, bevor wir uns zum Ende mit Entwaffnungen befassten. Gerade der Kurzstock erlaubt vielfältige Techniken, nicht nur abwehren und schlagen …

Vielen Dank an alle Karateka, die an diesem Wochenende ihren Weg nach Zittau gefunden haben und an Olaf Krey sensei für die Leitung des Seminars! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

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