Die Aprilkolumne

Ich habe oft darüber nachgedacht, warum wir uns manchmal selbst blockieren, obwohl wir jahrelang trainiert haben. Mir ist klar geworden: Das Verstehen kann lange dauern, weil du den Intellekt benutzt. Wir versuchen, alles mit Logik zu greifen – doch im entscheidenden Moment ist genau das unser größter Feind.

Die Weisheit des „Verrücktseins“

Ich erinnere mich oft an ein Zitat aus dem Zen, das mich tief bewegt: „Es gibt eine Weisheit, die man nur erlangt, wenn man verrückt wird und den Verstand loslässt.“

Das klingt im ersten Moment paradox, oder? Aber wenn ich es auf das Karate übertrage, ergibt es plötzlich Sinn. Im Kampf ist das bewusste, kontrollierte Abwehren ironischerweise ein Hindernis. Ich habe selbst erlebt, wie es die Reaktionsfähigkeit massiv verlangsamt.

Was passiert dabei eigentlich in uns?

Ich habe mir den Prozess genau angeschaut: Um abwehren zu können, brauchen wir einen Impuls – die bewusste Wahrnehmung, dass ein Angriff kommt. Diese Information gelangt ins Gehirn, das daraufhin einen Befehl an die Muskulatur schickt, die dann eine Abwehrtechnik ausführt.

Merkst du den Umweg?

Genau hier liegt das Hindernis. Dieser Prozess macht den Karateka langsam. Und er ist fehleranfällig: Der Angriff kann schneller sein als unser Gedanke. Er kann eine Finte sein, eine Serie oder eine Kombination, auf die unser Verstand gar nicht schnell genug reagieren kann.

Die Blockade unserer Instinkte

Was haben wir damit eigentlich verursacht? Ich denke, wir haben einen entscheidenden Fehler gemacht: Wir haben einen Instinkt eingeschränkt. Das tiefe Wissen, das wir nach Jahren gesammelter Erfahrung in uns tragen, haben wir durch krampfhaftes Denken blockiert. Wir stehen uns mit unserer Logik selbst im Weg.

Was nun? Der Weg des Loslassens

Mein Rat an mich selbst und an dich: Versuche nicht zu verstehen und denke nicht. Einfach loslassen.

Das Verrückte daran: Ein Angriff kommt und wir denken nicht an die Verteidigung. Wir handeln nicht im klassischen Sinne, sondern wir entspannen uns. In diesem Moment, in dem das Ego und der Planer in uns schweigen, geben wir unser Potenzial frei, damit es sich entfalten kann.

Der Karate-Meister Kenji Tokitsu schreibt in seinem Buch Ki and the Way of the Martial Arts treffend: „Es gibt kein Karate ohne Zen.“

Wie übt man das?

Nicht durch eine bestimmte Technik, sondern durch eine Art, zu trainieren. Im Jiyu Ippon Kumite zum Beispiel kannst du bewusst darauf verzichten, dir eine Antwort zurechtzulegen. Warte den Angriff ab ohne Plan, ohne Erwartung. Auch die Zeit vor und nach dem Training ist wichtig: Ein paar Minuten Mokuso, in denen du den Atem ruhig werden lässt, trainieren genau die Qualität, die im Kampf gebraucht wird. Es ist eine Übung, die man nicht „erreicht“, sondern über die Zeit kultiviert.

Nicht nur im Dōjō

Dieses Prinzip endet nicht mit dem Kiai am Ende des Trainings. Wer kennt es nicht: In einer wichtigen Prüfung, in einem schwierigen Gespräch oder bei einer Entscheidung unter Druck wird der Kopf plötzlich laut und gerade dann verlieren wir den Zugang zu dem, was wir eigentlich können. Das Karate schult genau diese Fähigkeit, im entscheidenden Moment ruhig zu bleiben und zu vertrauen. Das Dōjō ist nur der Übungsraum. Das Leben ist das eigentliche Feld.

Meine Meinung

In meinem Buch zur Selbstreflexion Woher weißt du, dass es wahr ist? sagt der Meister einen Satz, der mich bis heute begleitet: „Das Verstehen kann lange dauern, weil du den Intellekt benutzt. Wenn du loslässt und dich entspannst, wirst du ohne Verzögerung verstehen.“

Es geht nicht darum, das eigene Wissen zu vernachlässigen, sondern das wahre Wissen aus unserem Unterbewusstsein freizulassen – frei von Gedanken oder Absichten. Wenn wir den Mut haben, uns im Sinne des Zen „verrückt“ zu verhalten und unseren Verstand loszulassen, entsteht eine Klarheit, die weder Zeit noch Raum benötigt.

Es geht um eine Dimension, die uns viel mehr ermöglicht, als wir uns vorstellen können.

Quelle: Fiore Tartaglia

Dojolehrgang Februar 2026

Thema: Von der Kata zu praxisorientierter Anwendung und Kyuprüfungen

Die kritischen Prüfer geben sich entspannt
Die „Reifezeugnisse“ sind fertig

                             

Zufriedene Gesichter – alle haben bestanden

Der erste Lehrgang im eigenen Verein sollte den Teilnehmern die praktische Seite der Karatekata vermitteln. Zu diesem Zweck hatte ich die KATA Heian Nidan gewählt um unseren noch nicht so erfahrenen Kindern und Jugendlichen den Einstieg in die Thematik zu erleichtern. Es war nicht nötig die Kata im vollen Umfang zu kennen und können. Jedes einzelnen Element der Kata wurde gesondert betrachtet und dazu geeignete Anwendungen angeboten. Einerseits als Kumiteform bzw. Partnerübung andererseits aber in selbstverteidigungsgerechter Form (und ein wenig Kyusho Jitsu war auch dabei). Hier konnte und musste von der den korrekten Grundstellungen und ansonsten sicheren Übungsdistanzen abgewichen werden. Entscheidend war, zu vermitteln, den Angreifer sicher unter Kontrolle zu bringen und den Angriff zu beenden. Wir hatten über vier Trainingseinheiten verteilt damit die Kata analysiert und ihre Bedeutung in praktischer Anwendung vermittelt.

Erstaunlich war die Disziplin und der Eifer vor allem der Kinder die ansonsten den strengen Frontalunterricht gewohnt hier in freier Atmosphäre agieren konnten nicht ständig dem kontrollierenden Blick des „Lehrers“ im Nacken spürten.

Den Höhepunkt stellten natürlich die anschließenden Prüfungen dar. Aus Sicht der, diesmal zwei, Prüfer gab es bestenfalls kleine Korrekturen und Hinweise und beruhigende Worte wenn die Aufregung zu groß wurde. Allen konnte Lob für Leistung gezollt werden. Nicht zuletzt ist es aber auch den jeweiligen Trainern zu verdanken die ja auch einen ordentlichen Beitrag dazu gaben. Besonders gelobt werden muss an dieser Stelle einmal unser Micha der sowohl als Kindertrainer sein Bestes gibt aber auch für diesen Lehrgang wieder die gute Seele im Hintergrund war.

Die Prüfung bestanden

zum 8. Kyu: Baez Elecier, Emely und Torsten Schatan, Magnus und Emanuel Husar, Madison und Madita Giehrt, Fred und Fin Albrecht.

zum 7. Kyu: Vasilahon Shermatova

zum 6. Kyu: Juliane Mendel

zum 5. Kyu: Elham Bator und Moritz Kreisig

zum 4. Kyu: René Neumann

Hier noch einige Bilder aus Lehrgang und Prüfung

                      

Diesmal war es also nicht nur die Prüfung die absolviert wurde sondern ein themenorientierter Lehrgang wurde vorgeschaltet. Das Feedback auf dieses Format war durchgehend positiv und so werden wir es für die Zukunft beibehalten.

Heinz Deecke

Lehrgang

Ausschreibung LG

Liebe Sportfreunde,

wir wollen das Jahr 2026 mit einem Lehrgang in unserem Dojo beginnen. Haltet euch den 28.02.2026 frei.

Der Lehrgangsleiter freut sich auf euch

Beste Wünsche

wünschen wir allen Mitgliedern und ihren Familien, allen unserer Kampfkunstfreunde, den Sponsoren und Freunden des Vereines.

Das vergangene Jahr war ein durchaus erfolgreiches. Besonders unser Wettkampfkinder konnten auf drei Turnieren zeigen das sie durchaus auf das Siegerpodest gehören. Der Verein hat sich weiter stabilisiert und so sehen wir durchaus optimistisch auf das Jahr 2026.

 

40 Jahre Karate in Zittau – 35 Jahre Karate Schule OTOMO Zittau

Eine Chronik

Liebe Mitglieder und Freunde der Karate Schule OTOMO Zittau, dieses Jahr feiern wir zwei Jubiläen. Aus diesem Anlass soll hier ein Abriss unserer Entwicklung stehen.

Viel Spaß beim lesen.

ChronikOTOMO

1985 – 2025 40 Jahre Karate in Zittau

Der eine wartet bis die Zeit sich wandelt;

er andere packt sie an und handelt.(D.A.)

Dante Alighieri bringt es auf den Punkt. Aus einer kleinen Gruppe Kampfsportenthusiasten, die vor nunmehr 40 Jahren hier in Zittau begannen zu trainieren, ist unser Verein die

Karate Schule OTOMO Zittau e.V.

hervorgegangen. Dieses Jubiläum möchten wir mit ihnen/dir zusammen begehen.

Wann? Freitag, 22.08.2025, 16:00 bis 18:00 Uhr

Wo? Vereinssportstätte, Zur Reißigmühle 1a, 02763 Zittau

Es wäre uns eine Freude sie/dich zu diesem Anlass begrüßen zu dürfen.

Gern präsentieren unsere Mitglieder eine Kostprobe unseres Kampfsportes. Bei einem kleinen Imbiss und verschiedenen Getränken ist Zeit über unsere Vereinsgeschichte zu plaudern und unsere Trainingsstätte eingehend zu besichtigen. Selbstverständlich stehen wir für ihre/deine Fragen bereitwillig zur Verfügung.

Aus organisatorischen Gründen bitte wir sie/dich uns bis zum 31.07.2025 Bescheid zu geben ob es ihnen/dir möglich ist an unserem Jubiläumsempfang teilzunehmen. Rückmeldung bitte an

mail@otomo-zittau.de oder telefonisch unter +49 174 60 51 131

Wir freuen uns auf sie /dich

Der Vorstand

 

 

 

 

1.Mai 2025 Weinaupark in Zittau

Vereinspräsentation am 1.Mai

Bei herrlichem Sommerwetter demonstrierten unsere OTOMO Mitglieder ihr Können anlässlich der Vereinspräsentation im Zittauer Weinaupark. Endlich sind wir wieder in der Öffentlichkeit präsent. Mit viel Fleiß und Akribie hatten sich unsere Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene auf diesen Tag vorbereitet um dem „geneigten Publikum“ Ausschnitte aus der Welt des Karate zu demonstrieren und zum Mitmachen anzuregen.

So ein gelungenes Ereignis kommt aber nur vom Engagement vieler. Darum sei allen gedankt die daran beteiligt waren. Voran unsere Aktiven und ihre Trainer aber auch alle die an der Organisation und Betreuung beteiligt waren. Natürlich auch den engagierten Eltern ohne die ohnehin nichts geht. Es war sicher nicht das letzte Mal.

H.D.